Hier ist das Schriftzeichen Bushido dargestellt: 
Der obere Teil bedeutet: BUSHI, Krieger.
Der untere Teil bezeichnet DO, der Weg.


Bushi (jap.):

Krieger, Ritter, chinesische Leseweise des Schriftzeichens Samurai.

Bezeichnung für alle Krieger, die zu den Familien mit kriegerischer Tradition (Buke) gehörten,
im Gegensatz zu den adeligen Familien (Kuge oder Honke). 

Etappen des Bushido

Die historische Entwicklung des Bushido, die immer Hand in Hand mit dem Kriegerhandwerk (Bu]utsu) ging, läßt sich in drei geschichtliche Etappen untergliedern:

  1. Die Anfänge des Bushidc, die zur Zeit des Gempei-Krieges im 12. Jh. entstanden und hauptsächlich vom Shintö beeinflußt waren. 
    Zu jener Zeit gebrauchte man dafür die Bezeichnung Kyüba ne Michi — ,,Weg des Bogens und des Pferdes".


  2. Zu Beginn des Tokugawa-Shögunats (1603) begann sich das Bushidc unter einem starken Einfluß des Zen und des Konfuzianismus zu reformieren. Es beeinflußte durch diese Strömungen auch die Kampfkünste und entwickelte eine immer ausgeprägtere Tendenz zum Weg. Nach der Meiji-Restauration (1867) veränderte sich das Bushidô erneut. Einige archaische Elemente der früheren Formen wurden ausgeklammert. Das Bushidc, das anfangs nur die Garde des Shögun betraf, sich danach auf die Vertrauensleute der Fürsten (Hafamote) und schließlich auf alle Samurai ausdehnte, wurde durch die Meiji-Restauration zur allgemeinen Lebensauffassung aller Bevölkerungsschichten Japans.

Bushido (jap.): wörtlich: »Weg des Kriegers«

Ehrenkodex und Verhaltensgesetze der Samurai.
Die Samurai waren Krieger und übten das Kriegerhandwerk (Bujutsu) in verschiedenen Schulen (Ryû). Dort gingen sie neben der technischen Ausbildung durch eine Art Lebensschule, die das Verhalten des Samurai-Standes formte und durch harte Methoden der geistigen Askese ein unvorstellbares Niveau an Selbstdisziplin,

Samurai (jap.): Dienender, Aufwartender (auch Ji-Shi). Jisha — Gesellschafter, Begleiter.

Samurai steht für die japanische Kriegerkaste aus der Feudalzeit, die ursprünglich zum persönlichen Schutz der imperialen Herren (Kuge) gegründet wurde.

Allgemeines

Die Bezeichnung stammt von dem Wort Saburai, das sich wiederum von Saburau (,,sich an der Seite halten") ableitet. Als Samurai bezeichnete man nur die Krieger eines bestimmten Ranges, die aus den Kriegerfamilien (Buke) stammten. Krieger von niederem Rang wurden zumeist nur Bushi oder Bujin genannt. Allein den Samurai stand es zu, das Daishö (Ken) zu tragen. Bis zur Meiji-Restauration 1968 waren die Samurai in Japan die dominierende Klasse.  

Geschichte

Die Geschichte der Samurai begann im Jahre 792 n. Chr., als Kaiser KAMMU den Kriegerstand der Kondei gründete, mit denen er die Ainu (Ureinwohner Japans) auf die nördliche Insel Hokkaido zurückdrängte. Die Anführer der Kondei wurden aus verschiedenen Familien des japanischen Hofadels benannt und formten mit der Zeit den Stand der professionellen Krieger. Die Krieger waren beritten, trugen Rüstungen (Yoro,) und übten sich damals hauptsächlich im Umgang mit Bogen und Schwert. Bereits zu jener Zeit begann sich der Ehrenkodex der Krieger zu formen, der damals Kyuba no Michi genannt wurde. Anfangs waren die Samurai nur das Wach- und Begleitpersonal des japanischen Hofadels.

Im Laufe der Zeit gewann der Beruf des Kriegers an Bedeutung und wurde innerhalb der Familien erblich. Auf diese Weise formte sich der Stand der japanischen Kriegerkaste (Samurai), aus dem später der militärische Kriegsadel (Buke) hervorging. Diesem gelang es, von den Kuge (dem bisher vorherrschenden Hofadel) schnell die gesellschaftliche und politische Macht zu übernehmen (s. FUJIwARA, Gempei-Krieg, MINAMOTO). Um sich zentral zu organisieren, gründete die Kriegerkaste parallel zum herrschenden Kaiserhaus das Shögunat, das eigentliche Machtzentrum Japans, das nach außen hin dem entmachteten Kaiser Loyalität bezeugte, jedoch in seiner Burg (Bakufu) eigenmächtig regierte. Die Kuge verloren die Macht an die sich aus den Buke etablierenden Daimyö, die Mitte des 15. Jhs. dermaßen erstarkten, daß sie untereinander und auch gegen das Shögunat endlose Fehden führten. Sie bauten mächtige Burgen und gründeten ebenso mächtige Armeen, die sie im Kampf um die politische Macht gegen jeden einsetzten, der ihnen im Wege stand.

Die Kriegerkaste gründete ihre eigenen ethischen und moralischen Gesetze, anfangs als Kyciba na michi, danach als Bushido bekannt, die bald zum Maßstab des Denkens für das gesamte japanische Volk wurden. Ihr Handwerk war dasHeihö (Methode des Kriegers), innerhalb dessen sich die Kampfsysteme des Bujutsu (zuerst Bugei, dann Bujutsu — Technik des Kriegers) entwickelten. 

1573 stürzte einer der mächtigen kriegerischen Daimyö (OoA NoeuNAcA) den amtierenden AsHrKAGA-Shögun und gewann die politische Macht über das Kaiserreich. 1582 jedoch wurde er ermordet, und ein niederer Krieger (HIoEYosHI) gewann die Macht. Er unterwarf alle rivalisierenden Daimyö und einigte das Reich. Gleichzeitig begründete er die Rangordnung, nach der die Kriegerkaste (Samurai) die herrschende Kaste war und alle anderen zur niederen Kaste gehörten. 1603 ließ sich TOKUGAwA IEYASu aus eigenem Ermessen zum neuen Shögun ernennen und besiegte in der Schlacht von Sekigahara den minderjährigen Erben Hideyoshis, seinen Sohn Hios~oni und dessen Verbündete. Er bestimmte, daß das Shögunat in Zukunft Familienerbe sei, wie dies auch beim Kaiser üblich war. Dadurch war die gesamte Macht Japans in den Händen der Kriegerfamilien.  

Status und Kodex

Die Samurai standen unabhängig von ihrem Reichtum und ihrem Titel ganz oben. Sie bekleideten nahezu alle Regierungsämter und bildeten die gesamte Beamtenschaft des Reiches. Danach kamen in der Hierarchie die Bauern (Nö), weil sie die lebenswichtigen Reiserträge sicherten. Zuletzt kamen die Handwerker (1(o) und die Kaufleute (Shö). Obwohl die letzteren zum Teil große Reichtümer anhäuften, hatten sie in der Gesellschaftsordnung das geringste Ansehen. 

Doch die Tokugawa-Periode brachte dem Land nicht nur den Frieden, sondern auch viele Tausende von herrenlosen Samurai (Rönin), die in Friedenszeiten von ihren Daimyö nicht gebraucht wurden und die, meist mittellos, jedoch zur obersten Sozialschicht gehörend, oft plündernd im Land umherzogen. Die besten unter ihnen gründeten Kampfschulen (Ryü), und dadurch gewann das Kriegerhandwerk einen größeren Aufschwung als je zuvor. Die Arbeitslosigkeit des Samurai-Standes änderte nichts an ihrem Kodex (Bushido). Er wurde vielmehr 

gerade in jener Zeit kodifiziert und zusammen mit dem Schwert-Ethos (s. Ken) in strenge Formen gebracht (5. Ha gakure). Damit begann die Blütezeit der Kampfkünste (s. Takuan). 

Nach Beendigung der Meiji-Restauration (um 1900) wurden die Samurai wieder zu normalen Bürgern erklärt und ihr Kodex, das Bushido, durch westliche Einflüsse überschattet. Kurze Zeit darauf jedoch setzte es sich erneut in der Mentalität Japans durch und ist heute stärker denn je in allen gesellschaftlichen Strukturen Japans zu beobachten.

Das Bushido der Neuzeit

Heute ist es für uns schwierig, die wahren Inhalte des Bushido zu verstehen, zumal sie von Ryu zu Ryü verschieden waren. Ein mittelalterlicher Kriegerstand (Samural) wurde zum lebenden Ideal eines ganzen Volkes und hat durch seinen Ehrbegriff, durch die Rücksichtslosigkeit gegenüber sich selbst und durch eine unglaubliche Selbstdisziplin die gesamte gesellschaftliche, kulturelle und polit;sche Haltung des heutigen Japans beeinflußt. Der Geist des Bushido lebt noch heute in Japan fort, und manche sagen, er ist stärker denn je. 

Das Bushido war ein Jahrtausend lang das Zentrum jeder Samural-Erziehung. Doch die Samurai waren Krieger (Bush,), und daher verbanden sie diese Ideologie sehr eng mit dem Uben von Kampftechniken (Bugei, später Bujutsu). Auf diese Weise entwickelten sich im Laufe der Zeit mehrere Formen des bewaffneten und unbewaffneten Kampfes, die von den Samurai zu einer außergewöhnlichen Perfektion gebracht wurden. Diese Kampfmethoden waren von tödlicher Wirkung, denn ihr Sinn war das Töten. Erst im Laufe der Jahrhunderte, als die Philosophie des Zen das Bushido mehr und mehr beeinflußte, veränderten sich ihre Ziele, und die Kampfmethoden der Samurai füllten sich mit philosophischen Inhalten. Aus den tödlichen Kriegskünsten (Bujufsu) entwickelte sich allmählich der Weg des Kriegers (Budo) als lebenserhaltende Kunst. In einem neuzeitlichen Versuch, das Bushido in seiner ungeheuren Vielfalt zu einem verständlichen System zusammenzufügen, gipfelt der Bushido-Kodex in fünf Hauptforderungen, in denen mehrere Moralbegriffe enthalten sind: 

Treue worin drei Hauptinhalte existieren: 1. Treue gegenüber dem Herrscher und Liebe zur Heimat, 2. Achtung vor den Eltern und Brüdern und 3. Fleiß. Höflichkeit der sich drei Inhalte zuordnen; 1. Ehrerbietung und Liebe, 2. Bescheidenheit und 3. korrekte Etikette. Mannhaftigkeit, die vier Inhalte umfaßt: 1. Tapferkeit, 2. Härte und Kaltblütigkeit, 3. Geduld und Ausdauer und 4. Schlagfertigkeit. Wahrheitsliebe (Makoto) mit drei Inhalten:1.Offenheit und Aufrichtigkeit, 2. Ehrgefühl und 3. Gerechtigkeit. Einfachheit, mit zwei Inhalten: 1. Einfachheit und 2. Reinheit.